Energie ohne Übersee Biomasse

- 18.03.2010  -  Fachtagung zu Agrotreibstoffen in Freiburg

Welcher Sprit ist wirklich ökologisch sinnvoll? "Energie ohne Übersee Biomasse" fordern die Teilnehmer der Fachtagung in Freiburg (18./19.3., Lorenz-Werthmann-Haus). Unter ihnen ein Bischof aus Peru.

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Bischof José Luis Astigarraga aus Yurimaguas (Peru) ist als Diskussionsteilnehmer zu Gast in Freiburg.
Eine Energiepolitik, die nicht auf Biomasse-Importe angewiesen ist, diskutiert die Fachtagung "Energie ohne Übersee Biomasse" am 18. und 19. März in Freiburg. Caritas international und das Eine Welt Forum Freiburg laden ins Lorenz-Werthmann-Haus (Karlstraße 40, 79104 Freiburg):

Wer "Biosprit" tankt oder Kraftwerke mit Palmöl betreibt, hat ein gutes Ölogewissen. "Biosprit", Palmöl und andere Biomassen sollen dazu beitragen, Mobilität, Wärme- und Strombereitstallung umweltfreundlich und klimaneutral zu gestalten. Dei Europäische Union setzt zur Deckung ihres Energiebedarfs auf steigende Importe von Biomassen aus Nicht-EU-Ländern und aus Übersee.

Tatsächlich sind Treib- und Brennstoffe aus Zuckerrohr, Mais, Getreide und anderen "Biomassen" in vielen Fällen alles andere als ökologisch und klimaneutral. Das Abholzen der Regenwälder wird forciert, die Ausbeutung der Plantagenarbeiter verschärft und die Verdrängung der Kleinbauern und Kleinbäuerinnen intensiviert. Der vermeintlich umweltfreundliche "Biosprit" aus Indonesien, Malaysia, Brasilien und anderen Ländern, insbesondere im globalen Süden, geht zunehmend auf Kosten einer halbwegs gesicherten Nahrungsmittelversorgung in der Dritten Welt. Eine verantwortbare Mobilität, Wärmebereitstellung und Stromgewinnung hierzulande darf nicht Hunger und Regenwaldvernichtung andernorts zur Folge haben!

Deshalb stellt sich immer dringender die Frage, wie der Widerstand gegen die ansteigenden Biomasseimporte in die EU organisiert werden kann? Der EU-Politik einer zunehmenden energetischen Inanspruchnahme anderer Erdteile muss die Forderung nach einer grundsätzlich anderen Energie-, Produktions-, Konsum- und Mobilitätspolitik in Europa gegenübergestellt werden.

Programmübersicht:

Podiumsdiskussion am 18. März, 19 Uhr

Es diskutieren:

  • Bischof José Luis Astigarraga aus Yurimaguas, Peru, der im Rahmen der Fastenaktion von Misereor gerade Deutschland besucht
  • Douglas Estevam Vertreter der brasilianischen Landlosenbewegung MST
  • Marianne Klute von Watch Indonesia
  • Peter Mayer vom Innovationsfonds der Badenova

Moderation: Luciano Ibarra


Kurzreferate und Workshops am 19. März, ab 9 Uhr
Am Nachmittag: Vorstellung der Arbeitsergebnisse und Abschlussplenum


Caritas international